
Kriegerische Gewalt ist heute wieder blutiger Alltag – von der Ukraine bis zum Nahen Osten. Doch auch im Innern der westlichen Gesellschaften erleben wir Gewaltausmaße, die aus Sicht der Bevölkerungen dringend nach Lösungen verlangen: Terroranschläge und Amokläufe, aber auch fortwährende Gewalt im öffentlichen Raum durch Gebrauch von Messern und Schusswaffen, erschüttern das Vertrauen in friedliche Koexistenz. Was treibt Menschen zu solchen Grausamkeiten? Wie können wir verstehen, was wir zu bekämpfen versuchen?
Der amerikanische Sozialpsychologe Roy F. Baumeister wagte sich bereits 1997 an diese fundamentalen Fragen heran und schuf mit „Evil: Inside Human Violence and Cruelty“ (deutsche Übersetzung: „Vom Bösen. Warum es menschliche Grausamkeit gibt“) eine Arbeit, die auch nach über zwei Jahrzehnten als Standardwerk gilt.

„Solche Uffrur“ wie jener von 1525 „ist mit Tyrrani gelegt und gestillet worden„, urteilte Johannes Stumpf, ein Pfarrer im Zürcher Oberland und ein Freund des Schweizer Reformators Huldrich Zwingli. „Dan Tyrrani und Uffrur gehören zusamen, es ist Deckel und Hafen.“
Einige grundsätzliche Konzepte helfen, um unsere Welt und unser Leben besser zu verstehen. Dazu gehört, blinde Flecken und dummes Denken zu reduzieren, um die Welt verstehen wie sie ist und funktioniert, nicht wie ich sie mir wünsche oder annehme wie sie sein soll.

