Autor-Archiv:Michael von Prollius

Ich schreibe über Ordnung, Freiheit und Verantwortung – mit Blick auf Geschichte, Gegenwart und Perspektiven einer freien Gesellschaft. Als Ökonom, Historiker und Publizist gilt mein Interesse den Voraussetzungen politischer und wirtschaftlicher Strukturen, die individuelle Würde achten und Entwicklung ermöglichen.

Anders denken, mehr verstehen 

Einige grundsätzliche Konzepte helfen, um unsere Welt und unser Leben besser zu verstehen. Dazu gehört, blinde Flecken und dummes Denken zu reduzieren, um die Welt verstehen wie sie ist und funktioniert, nicht wie ich sie mir wünsche oder annehme wie sie sein soll.
Shane Parrish, ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter (Cybersecurity), der für den Communications Security Establishment (Kanadas nationale Sicherheitsbehörde) gearbeitet hat, bietet gleich zu Beginn zwei wegweisende Zitate:

The key to better understanding the world is to build a latticework of mental models.

Education doesn’t prepare you for the real world.

Beide Aussagen treffen meiner Erfahrung nach zu. Wir alle tragen Modelle der Welt in uns. Doch erst wenn wir sie bewusst machen, mit anderen Perspektiven konfrontieren und mehr Fragen statt bloßer Narrative nutzen, verstehen wir komplexe Zusammenhänge besser.

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Policy Advice – Much Ado about Nothing?

Politikberatung erlebt seit Jahren einen massiven Aufschwung.

In Deutschland existieren rund 225 Think Tanks (Statista 2017), von denen viele aktiv in den politischen Prozess eingreifen. Die Bundesregierung hat ihre Ausgaben für externe Beratung von 63 Mio. Euro (2014) auf 240 Mio. Euro (2023) fast vervierfacht.1 Auf EU-Ebene vergibt die Kommission inzwischen Beratungsaufträge im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr. Weltweit hat sich die Zahl der Think Tanks seit 1980 mehr als verdoppelt.2

Damit dürften das Beratungsphänomen und seine Entwicklung eher grob skizziert worden sein. Die Probleme sind vielschichtiger.

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Das 2-Billionen-Dollar-Rätsel: Warum mehr Klimainvestments nicht weniger Emissionen bedeuten

Die Apokalypse bleibt aus. Die Schäden kontraproduktiver Umweltpolitik abzumildern, verbessert das Leben der Menschen dauerhaft.

Auf die USA bezogen haben Harry DeAngelo und Judith A. Curry in ihrem aktuellen Aufsatz „A critique of the apocalyptic climate narrative“ sowohl Bilanz gezogen als auch Politikempfehlungen für die USA ausgesprochen, die derzeit tw. bereits umgesetzt zu werden scheinen, und Anlegern eine Möglichkeit aufgezeigt. (Hier ist die Studie.)

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Reformen: Die regelbasierte Ordnung als Fundament westlicher Zivilisation

Eine Erneuerung Europas und Deutschlands wird nicht gelingen, wenn diese grundlegenden Einsichten vernachlässigt werden – klasse Artikel von Paul Mueller:

Die regelbasierte Ordnung als Fundament westlicher Zivilisation

Mueller hebt hervor, dass die Herrschaft des Rechts – im Gegensatz zur Willkür Einzelner – eine der größten Errungenschaften der westlichen Kultur war.

=> Zusammenhang von Kultur und Regeln

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Jazz Poems

 

 

 

 

 

 

 

A friend told me
He’d risen above jazz.
I leave him there.

Michael S. Harper

Derartige feinsinnige Weisheiten findet der Leser in Hülle und Fülle in dem wohlsortierten Gedichtband von Kevin Young. Poet – Essayist – Herausgeber – Professor, nicht weniger und doch mehr als nur diese Worte. Wer ihn kennt, braucht keine Erläuterungen, wer noch nicht, dem sei als Einstieg seine Homepage empfohlen: Kevin Young Official Website.

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The SME Relief Package: Reducing the Regulatory Burden on Europe’s SMEs (Veröffentlichung)

Das KMU-Entlastungspaket der EU: Ich habe mich mit der EU-Entbürokratisierung für kleine und mittlere Unternehmen auseinandergesetzt – für den Think Tank EPiCENTER.

Aus der Perspektive eines klassischen Liberalen versuche ich fair zu bewerten und Bemühungen anzuerkennen.

Bürokratie, die entbürokratisiert, hat es nicht leicht. Besonders schwer ist das indes für die Unternehmen.

Hier geht es zum Text, der Teil eines Briefings ist und eine Umfrage enthält: EPiCENTER Briefing

HT to (+ Thx a lot) Constantinos Saravakos & Adam Bartha

Ein anderer Spiegel: Wenn Serien uns erkennen helfen

Über „Bosch“, Heldenbilder und das stille Echo im eigenen Leben

Fiktion erzählt nicht nur Geschichten – sie bietet Projektionsflächen. Man schaut einer Figur beim Leben zu – und entdeckt, oft unbewusst, sich selbst. Die Serie Bosch tut das auf besondere Weise. Ihre Wirkung liegt nicht in dramatischer Handlung, sondern in Haltung. Sie zeigt eine Figur, die leise wirkt, aber deutlich steht.

1. Ein moderner Held – reduziert auf Wesentliches

Harry Bosch ist kein strahlender Held. Er hat keine Superkräfte, keine Pose. Er ist ein Mensch mit Prinzipien, Unabhängigkeit, Klarheit im Urteil. Er lebt einfach – aber nicht achtlos. Er arbeitet gründlich – aber nicht gefallsüchtig. Er streitet, wo nötig – und schweigt, wo es nichts mehr zu sagen gibt.

Diese Haltung ist selten geworden. In einer Welt der Selbstdarstellung wirkt Bosch fast altmodisch. Genau das macht ihn attraktiv. Seine Kleidung: funktional, aber bewusst gewählt. Sein Zuhause: reduziert, mit Blick auf die Stadt. Seine Musik: Jazz, als Ausdruck innerer Ordnung und stiller Kraft. Sein Umgang mit Frauen: nicht blendend, aber aufrichtig. Keine Pose – Präsenz.

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Warum die Falschen oben sitzen

Über Machtlogik, Hierarchie und den stillen Verfall von Verantwortung

Es gibt eine stille Grausamkeit in der Art, wie Institutionen sich verändern.

Nicht durch Verschwörung. Nicht durch Katastrophen. Sondern durch Struktur.

In Systemen ohne echtes Feedback verschiebt sich mit der Zeit das, was belohnt wird. Nicht mehr Kompetenz, Integrität oder Initiative – sondern Anpassung, Risikovermeidung und taktische Loyalität. Wer Verantwortung scheut, steigt auf. Wer fragt, bleibt zurück.

Mit der Zeit sitzen nicht die Schlechtesten oben.
Sondern: die Falschen.

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Kapitalismus – kaum verstanden

Kapitalismus gehört zu den am meisten verwendeten und zugleich am wenigsten verstandenen Begriffen der Gegenwart. Für viele ist er gleichbedeutend mit Konzernen, Konsum, Reichtum, vielleicht auch Ungleichheit. Doch wer genauer hinsieht, erkennt, dass das Wesen des Kapitalismus selten begriffen wird – nicht nur in der öffentlichen Debatte, sondern auch unter Ökonomen.

Im Gespräch zwischen Mike Munger und Russ Roberts auf EconTalk wird dieses Unverständnis auf den Punkt gebracht. Munger sagt unverblümt: „Most people don’t understand capitalism at all.“ Statt von Kapitalismus zu sprechen, als sei er eine politische Ideologie oder ein moralisches Urteil, rückt das Gespräch zwei fundamentale, aber oft übersehene Begriffe ins Zentrum: Arbeitsteilung und Marktgröße.

Diese Begriffe wirken zunächst unspektakulär. Doch wer sie ernst nimmt, beginnt Kapitalismus nicht nur anders zu sehen – sondern überhaupt erst zu begreifen.

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Marseille 1940: ergreifender Stoff, verwirrende Einzelschickale

Die Flucht deutscher Literaten und Intellektueller 1940 bis 1841 nach und über Marseille in eine freie Welt, vorwiegend die USA, reißt den Leser mit. Uwe Wittstock erzählt dicht und gestützt auf einen Fundus an Quellen. Die Schicksale sind ergreifend. Permanente Verfolgungsgefahr, Angst als Regime-Gegner von den Deutschen aufgegriffen zu werden, Internierung in französischen Lagern, abhängig von absurder, zuweilen perfider Bürokratie, der Willkür ausgeliefert, der Verlust von Status und bürgerlicher Existenz sowie körperliche und geistige Entbehrungen brechen über viele Literaten hinein. Sie haben die Zeichen der Zeit zu spät erkannt. Plötzlich schlägt alles um. Die Wehrmacht erobert Frankreich in rasendem Tempo. Marseille wird zum überfüllten Fluchtpunkt.

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