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Das organisierte Monopol

Warum das staatliche Geldmonopol kein Irrtum ist – und warum das den Unterschied macht

1. Eine Diagnose, die nicht wirkte

Vor fünfzig Jahren hat Friedrich August von Hayek eine Diagnose gestellt, die präziser war als fast alles, was die Geldtheorie seither hervorgebracht hat. Das staatliche Monopol über die Geldproduktion, so Hayek, ist nicht die natürliche Ordnung der Dinge, sondern eine politische Entscheidung — und eine folgenreiche. Die Instabilität der Marktwirtschaft, die man dem Markt anlastet, ist in Wahrheit die Instabilität des Geldes. Und das Geld ist instabil, weil es dem Marktprozess entzogen wurde. Die Therapie, die Hayek vorschlug, war ebenso konsequent wie folgenlos: Währungswettbewerb, konkurrierende private Emissionsbanken, Entnationalisierung des Geldes.

Fünfzig Jahre später ist die Diagnose weitgehend bestätigt. Die Therapie hat nicht gewirkt. Die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob Hayek recht hatte — sondern warum seine Lösung nicht greift. Die Antwort liegt nicht in der Theorie, sondern in der institutionellen Logik des Gegenstands selbst.

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Die Wettbewerbswährung, die Europa nicht wollte

Es gibt Ideen, die zur falschen Zeit am richtigen Ort stehen – präzise ausgearbeitet, institutionell anschlussfähig, politisch nicht gewollt. Roland Vaubels Parallelwährungsvorschlag von 1977 gehört dazu. Fast fünfzig Jahre später, inmitten einer Debatte über digitale Zentralbankwährungen, Stablecoins und die Erosion des Vertrauens in das Eurosystem, verdient er eine Wiederentdeckung – nicht als historische Kuriosität, sondern als Beleg für eine Wegscheide, die bewusst nicht genommen wurde.

Ein Kieler Dissident

Roland Vaubel legte seine Dissertation 1977 an der Universität Kiel vor, unter Herbert Giersch, dem Präsident des Instituts für Weltwirtschaft und Gründungsmitglied des Sachverständigenrates – einer der prägenden Figuren der deutschen Ordnungsökonomik der Nachkriegszeit. Das Thema war die europäische Währungsunion, damals noch ein Fernziel, nach dem gescheiterten Werner-Plan und dem holpernden Europäischen Währungssystem ein ungelöstes Problem.

Vaubels Antwort war ungewöhnlich. Er fragte nicht, wie man die Wechselkurse am besten fixiert, sondern ob Fixierung überhaupt der richtige Weg ist. Seine empirische Analyse der realen Wechselkursveränderungen in der Europäischen Gemeinschaft zeigte: Die Mitgliedsländer unterschieden sich in ihren Inflationsraten und Anpassungsbedarfen so erheblich, dass eine erzwungene Kursfixierung nicht Stabilität erzeugte, sondern Anpassungslasten auf Beschäftigung und Löhne verschob. Das war ein eigenständiger Beitrag zur Theorie optimaler Währungsräume, neben Mundell, McKinnon und Kenen, nicht von ihnen abgeleitet.

Aber Vaubel blieb nicht bei der Diagnose. Er schlug einen Mechanismus vor.

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