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Was der Wald weiß

Vom Waldbrand zur Wohnungsnot: eine Ordnungsbeobachtung

Es ist Anfang August, kurz nach sieben, und es ist kalt. Deutlich unter zehn Grad, würde ich schätzen, in der Nacht hat es leicht geregnet, und über dem Wald mit dem breiten Gebirgsbach steht noch die graue, harzige Luft, die man in diesen Höhen morgens einatmet wie etwas Festes. Ein Fire Ban gilt, offene Feuer sind untersagt. Gestern Abend, bei kaum mehr als Nieselregen, war plötzlich Donner zu hören — ein Gewitter, das sich an den Hängen aufgetürmt hatte, während unten im Tal nur ein feuchter Hauch fiel. Wer aus dem mitteleuropäischen Wald kommt, den ich von klein auf kenne, steht hier zunächst als jemand, der versucht zu bestimmen: einige Birken, deren Blätter breiter, fast herzförmig sind, anders als bei der heimischen Hänge-Birke; Kiefern eines nordamerikanischen Typs; echte Tannen mit ihren aufrecht stehenden Zapfen, schlank wie Kirchtürme; dazwischen die Engelmann-Fichte. Und überall, an Wegrändern und lichten Waldstücken, eine Pflanze mit hoher rosa Blütentraube: Fireweed, das Schmalblättrige Weidenröschen, bei uns der Auftakt nach Kahlschlägen, hier der erste Bewohner der Brandflächen.

Der Name ist kein Zufall, und er ist der erste Hinweis darauf, dass dieser Wald etwas weiß, was der europäische verlernt hat. Er ist auf etwas eingerichtet, das wiederkehrt. Es gibt hier einen Rhythmus, und das Feuer gehört zu ihm.

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